Willkommen zum Bio-PoP Projekt: Bioökonomie als politischer Prozess, Modul 2(1): MOD_GW_NW – Bioökonomie als gesellschaftlicher Prozess „Modellierung und Gestaltung gesellschaftspolitischer Willensbildungsprozesse zur Etablierung nachhaltiger Wirtschaftssysteme in Industrie- und Entwicklungsländern“

 

Die Welt steht heute vor der doppelten Herausforderung das Wachstum anzuregen, das erforderlich ist, um der Weltbevölkerung Beschäftigungsmöglichkeiten und Wohlergehen zu bieten und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Qualität dieses Wachstums zu einer nachhaltigen Zukunft führt. Dies erfordert eine grundlegende Umgestaltung der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, die eine ausgewogene Balance zwischen den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Wohlergehen des Menschen herstellt. Hierzu sind Politiken erforderlich, die die Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft explizit berücksichtigen und dabei politisch durchsetzbar sind.

In diesem Zusammenhang legt das anvisierte Forschungsprojekt einen Fokus auf eine innovative Modellierung des Verhaltens relevanter politischer Akteure, d.h. Wähler, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. Formal erfolgt die komplexe Modellierung der Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Bevölkerungswachstum, internationaler Klima- und Energiepolitik, Europäischer Agrarpolitik sowie nationalen Entwicklungspolitiken auf der einen Seite und gesellschaftspolitischen Anpassungsprozessen auf der anderen Seite im Rahmen eines ökologisch-ökonomischen und politischen Verbundmodells, dem Computable General Political Economy Equilibrium Model (CGPE). Auf der Grundlage innovativer Bayesianischer Schätzverfahren werden Policy Beliefs von unterschiedlichen Wählergruppen sowie von relevanten Regierungsinstitutionen und Nichtregierungsinstitutionen ökonometrisch für ausgewählte Industrie- und Entwicklungsländer identifiziert. Die jeweiligen Policy Beliefs werden mit entsprechenden Ergebnissen aus wissenschaftlichen Meta-Modellen verglichen, die durch Simulationsrechnungen anhand entsprechender ökologisch-ökonomischer Verbundmodellen abgeleitet worden sind. Dadurch lassen sich politische Performanz-Gaps in Incentive  und Knowledge Gaps  unterscheiden

Zentral für die Veränderung (up-date) politischer Beliefs ist die Kommunikation zwischen politischen Praktikern und wissenschaftlichen Experten. Auf der Grundlage des Modells sollen daher alternative Kommunikationsstrategien in einer Interventionsstudie in Rahmen interaktiver Stakeholder Workshops getestet werden. Unter anderem soll eine Kommunikationsstrategie, die eine interaktive Kommunikation zwischen Stakeholdern und dem ökologisch-ökonomischen Verbundmodell anhand eines Computer- gestützten Tools zulässt, analysiert werden.

 

Autoreifen aus Löwenzahn sind nur ein Beispiel für die Nutzung natürlicher Rohstoffe. Wichtig ist, dass die Botschaften der Fachleute für eine nachhaltigere Welt in die Köpfe der Menschen in Politik, Gesellschaft und Verbänden gelangen.
Illustration: Holly McKelvey

Illustration: Holly McKelvey